Square
Dancing, was ist das? Von Michael Braithwaite
Reprint from /
Nachdruck aus: Dip-N-Divers Newsletter Nr. 162, Dez.2004/Jan 2005. (Dieser Artikel erschien – geringfügig
abgeändert – zuerst im TSV Report II / 2004, Nr.47 (Zeitschrift des Turn- und
Sportverein Gräfelfing e.V.))
Für den einen ist es nur ein „Herumgehopse“, für den
anderen ein „Durcheinandergerenne“. Der eine sagt: „Geh, Tanzen, hör mir auf“
der andere: „Nett“. Doch Square Dance ist Fitness pur für Körper und
Geist. Und es ist Balsam für die Seele
gegen den Stress der heutigen Zeit. Square Dance ist ein moderner Tanzsport,
der allen Anforderungen der ganzheitlichen Gesundheitsförderung und -erhaltung
entspricht, für alle Alterklassen. Und Square Dance, ob man es glaubt oder
nicht, ist sowohl für Tänzer wie Nichtänzer, für Tanzbegeisterte oder auch
Tanzmuffel geeignet.
Am Anfang
waren Tanzfiguren...
Doch erst einmal der Reihe nach. Am Anfang waren
Tanzfiguren und Kombinationen, zu bestimmten Melodien und Weisen genau
festgelegt. So wurde auf ein und dasselbe Lied immer die gleiche Tanzroutine
getanzt und diese wurde auswendig gelernt. Der Tanzmeister, auch Prompter
genannt, gab durch Zuruf oder Zeichen mit dem Taktstock Hilfe, um so den
Tanzfluss zu gewährleisten. Dies war vor allem bei den höfischen Tänzen der
Fall und gut zu beobachten in den alten Mantel- und Degen-Filmen. Bei den
volkstümlichen Tänzen, war es ähnlich, nur nicht ganz so vornehm und
zurückhaltend.
Auch waren die Figuren nicht
so kompliziert und komplex. Die Hilfestellung wurde durch lautes Zurufen
(Callen) sichergestellt. Anfangs tanzte der „Caller“ noch mit, später übernahm
diese Aufgabe oft ein Mann aus der Life Band, zum Beispiel der Fiedler
Das Quadrat
Von den verschiedenen Aufstellungen der
Grundformation, zum Beispiel: Kreis, Rei-hen, Quadrat, Rechteck etc., hat sich
eine durchgesetzt, nämlich das Quadrat = Square. Und das ist auch heute noch so. Vier Paare,
an jeder der vier Seiten eines, bilden einen Square (Quadrat), die Grundaufstellung,
und geben so dem Tanz seinen Namen: SQUARE DANCE.
Auch beim Square Dance gab es anfangs festgelegte
Routinen, bis man Mitte des 20sten Jahrhunderts feststellte, dass es ein
Riesenspaß war, wenn man gar nicht wusste, welche Figur als nächstes zu tanzen
war. Nun musste man genau zuhören und blitzschnell die gecallte (zugerufene)
Figur umsetzen:
Dies war die Geburtsstunde des Square Dance von
heute.
Weitere Dynamik entstand durch das Puzzlespiel, bei
dem der Caller die Tänzer durch die verschiedensten Formationen führt, um dann
mit einer wunderschönen Auflösung, manchmal auch zur Verblüffung der Tänzer,
die Grund- und Ausgangsstellung – den Square –wiederherzustellen.
Nun wurden Programme entwickelt, deren weltweite
Geltung sicherstellen, dass man überall auf der Welt mittanzen kann, wenn man
ein solches Programm beherrscht. Ein moderner Tanzsport war entstanden.
Die Musik
Aber auch die Musik hatte sich mit der Zeit
verändert, wie auch das Outfit. Natürlich ist Country ein großer Bestandteil
der Musik, die wir heute verwenden. Aber auch Oldies, Swing, Pop und sogar
Technotitel werden verwendet, für jeden also etwas. Was aller Musik gemein ist,
ist das Tempo mit ca. 128 bpm (Taktschläge/Schritte pro Minute).
Der Kreislauf kommt in Schwung
Beim Square Dance tanzt man
nicht im klassischen Sinne, sondern bewegt sich von einer Formation zur
nächsten mit schnellem Gehen, das dafür sorgt, dass der Kreislauf in Schwung
kommt. Somit auch bestens für Tanzmuffel geeignet, die mit dem herkömmlichen
Tanzen so ihre Probleme haben. Die einzigen Voraussetzungen für Square Dance
sind eine gewisse geistige und körperliche Mobilität. Was heißt, ich muss
hören, umsetzen und laufen. Und jetzt sind wir mittendrin in der ganzheitlichen
Fitness.
Medizinische
Untersuchungen
Untersuchungen der Sporthochschule Köln und der Mayo
Klinik in Rochester (USA) haben ergeben, dass Square Dance gleichzusetzen ist
mit: Schwimmen, Radfahren oder Walken. An einem Tanzabend (2 Std) werden bis zu
acht Kilometer zurückgelegt.
So ist es auch zu erklären, dass neben Joggen auch
mit Square Dance bei den „Weight Watchers“ die meisten Extrapunkte zu verdienen
sind.
Untersuchungen
in den USA
Untersuchungen in den USA haben ebenfalls ergeben:
In einer halben Stunde Tanzen können 200 – 400
Kalorien verbrennt werden.
Regelmäßiges Tanzen stärkt das Herz, senkt den
Blutdruck und wirkt positiv auf den Cholesterinspiegel.
Durch die Seitenbewegungen werden Knochen (vor allem
Tibia, Fibula und Femur) gestärkt, was den Verlauf von Osteoporose verlangsamt
oder verhindert.
Statt Aerobic oder Joggen kann Square Dance auch nach
Herz- oder Knieoperationen zur Rehabilitation eingesetzt werden.
Die Geselligkeit sorgt dafür, dass man sich wohl
fühlt, nach dem Motto: mit netten Menschen und guter Musik läuft es doppelt so
gut und macht noch mal so viel Spaß.
Square Dance ist Teamarbeit. Denn acht Tänzer müssen
zusammen arbeiten um das Puzzle zu lösen. Da ist Integration, Köpfchen und
Konzentration gefragt.
Man darf nicht eine Sekunde unkonzentriert sein, da
sonst der eigene Square zum stehen kommt. Und eben diese Konzentration sorgt
für optimale Förderung des Gehirns. Ferner durch die aktive Konzentration
schaltet man komplett vom Alltag und all seinen Sorgen ab. Die Seele hat Ruhe,
man tankt neue Kraft.
Square Dance verringert das Risiko, an Alzheimer zu
erkranken erheblich, da durch die geforderte Kopfarbeit das Gehirn optimal
gefördert wird.
Ausdauer, Reaktionsvermögen und
Reaktionsschnelligkeit werden optimal trainiert, da die gehörte Tanzfigur
blitzschnell in Laufarbeit umgesetzt werden muss und das über Stunden hinweg.
Lebe 10 Jahre länger! Und wer will das nicht. Das Ergebnis einer neuen Studie sagt, dass es
mit Square Dance geht! So sagt Dr. Arron Blackburn: „Es ist klar, Square Dance
ist das perfekte Training. Es vereinigt alle positiven Eigenschaften einer
intensiven körperlichen Aktivität ohne negative Eigenschaften.“ Hinzu kommt,
dass das Verletzungsrisiko gleich null ist.
Worauf also
noch warten? Let’s dance!!